Die Natur als Vorbild

Was in der Metallbearbeitung erst vor wenigen Jahrzehnten Einzug hielt, ist in der Natur ein alter Hut. Seit Anbeginn der Weltgeschichte prägen fluviatile Prozesse die Oberfläche unserer Erde entscheidend mit. Die Arbeitsleistung fließender Gewässer untergliedert sich in Abtragung (Erosion), Transport und Ablagerung (Akkumulation, Sedimentation). Wassermenge und Fließgeschwindigkeit spielen eine entscheidende Rolle. Auf diese Weise wurden über die Jahrtausende ganze Landschaften gestaltet.

Das gleiche Prinzip machen sich Unternehmen heute in der Werkstoffbearbeitung zunutze. Dabei wird im Wesentlichen zwischen zwei Trenntechniken unterschieden.

Beim Wasserstrahschneiden wird Wasser auf bis zu 4000 bar verdichtet und durch eine 0,76 mm bzw. 0,35 mm große Düse auf das Werkstück appliziert. Damit können Geschwindigkeiten des Wasserstrahls bis 900 m/s erreicht werden. Fachleute sprechen auch vom Kerbschneiden. Auf diese Weise lassen sich weiche, dünne Materialien wie Kunststoff schneiden.

Hierbei wird dem verdichteten Wasserstrahl ein abrasives Mittel, meist in Form von sehr feinem Granatsand zugesetzt. Damit wird eine der Erosion ähnlich Mircozerspanung erreicht, die Material aus dem Werkstoff herauslöst. Mittels dieser Technik können auch feste Materialien wie Metalle oder Keramik geschnitten werden.

Leonardo da Vinci, Künstler und Universalgelehrter

"Der menschliche Schöpfergeist kann verschiedene Erfindungen machen (...), doch nie wird ihm eine gelingen, die schöner, ökonomischer und geradliniger wäre als die der Natur, denn in ihren Erfindungen fehlt nichts, und nichts ist zu viel."

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